tartaglia

© Alice Pichler

Eine leise Erzählung über die Verwandlung, das Verstummen, den Liebesmoment und den Tod: Herculine reist durch Kontinente, Länder, Dörfer und Landschaften, fotografiert Karnevale und Maskeraden. Tartaglia, (ital.) der Stotterer, bleibt in seinem Zimmer, an seinem Tisch. Im Raum, neben dem Kamin: Bücherstapel – Goethes gesammelte Werke, die ihm zum Feuermachen dienen an Wintertagen. Anstatt in die Welt zu gehen, durchquert er Sprachlandstriche und kartografiert Innenwelten. Dann, an einem Februarmorgen, ist Tartaglia fort …

 

" . . . wie mir auch jetzt erst klar wird, dass er nur in seiner eigenen Sprache die Dinge betrachtete, ertastete in seinen Worten, Feldern, fremd, oft über die Grenzen des Verstehens hinaus tastete, in ihren Bedeutungen nur erahnbar für mich und mehr noch für andere, die daran nicht gewohnt waren, ein Spiel, damit kein Mundtod geschieht, so sagte er, kein Klebemund, damit nicht das harz bereits im Mund erstarrt, an den Zähnen, Lippen, Zungenrand klebt und zur Falle wird. Man muss mit Lust lecken ohne Ende und schichten im Innern und davon bleich werden, ein Speichellecker, bleich und bleicher und dennoch immer weiter schichten um an ein Ende zu gelangen oder irgendwohin, sagte er, aber niemals tonlos sein, immer Stimme haben." 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

Pressestimmen

Der Text in der Edition Atelier