blätterliebe

"ich schreibe mit der linken hand und streiche mit der rechten durch."

 


stimmen

Im Fall von Philipp Weiss etwa, der eine wunderschön sprachspielerische und absurd witzige Geschichte über einen Autor las, dessen Schreibkrise sich in einem Gefecht der Hände äußert (die eine streicht durch, was die andere gerade geschrieben hat) und an Robert Walsers oder Robert Musils ornamentale Negationen des Wirklich- und Wahrhaftigkeit erzeugenden Schreibens anknüpfte, witterte mancher nicht nur kalkulierten Humbug, sondern eine Persiflage auf das Klagenfurter Wettlesen selbst - die Autorfigur ist, es kann auch Zufall sein, mit seinen 33 Jahren genauso alt wie der Bachmannpreis.

taz

Philipp Weiss hat am ersten Tag des Wettlesens um den Ingeborg-Bachmann-Preis im Klagenfurter ORF-Theater für eine Überraschung gesorgt. Nach der Lesung seines Textes verspeiste der Wiener Autor diesen mit der Begründung, es sei "notwendiger Bestandteil des Textes". Philipp Weiss las "Blätterliebe", einen Text um einen Autor, der sich am Ende sein mühsam abgerungenes Werk einverleibt, indem er es aufisst. Er begibt sich wegen undefinierbarer Schmerzen ins Spital, wo der Arzt bei einer Magenspiegelung feststellt, dass er einen Blätterhaufen in seinem Inneren trage. Mit stark repetitiven Elementen eignet sich die Erzählung ausgezeichnet zum Vortragen (...) Karin Fleischanderl, neue Jurorin, die Weiss nominiert hatte, fand "Originalität und Neuartigkeit

der standard


erschienen in:

kolik 45

 


 

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